Wir beantworten wieso, weshalb, waarum – Und das täglich


Wir haben doch keine Zeit…!

19. Aug 2009 Autor: Juli | Abgelegt in: random

Studenten sind Zeitmillionäre.

Diese Aussage las ich vor einiger Zeit in der Financial Times Deutschland. In diesem moment war mir klar, dass der Autor an die Vorlesungsfreie Zeit und den mehr oder weniger flexibel einteilbaren Stundenpläne dachte als er, so wie ich jetzt vor seinem Computer den Artikel verfasste.

Häufig höre ich, “solche Arbeitszeiten hätte ich gern” oder “ihr habt doch eh so viel frei”. Aber was glauben denn alle macht ein/e Student/in in der Vorlesungsfreien Zeit? Kaffee trinken, in der Nase bohren und auf bessere Zeiten warten?

Wer schon mal versucht hat einen Stundenplan zu erstellen, weiß, dass allein diese Aufgabe Stunden, bzw. Tage in Anspruch nehmen kann. Dann sind da aber noch diese blöden Seminararbeiten, die mal gut 2 Monate vor Abgabe angefangen werden sollte, allein schon aufgrund der umfangreichen Literatur, die dafür genauestens durchgearbeitet werden muss. Nebenbei muss man noch schaun, dass man das nötige Kleingeld für S-Bahnkarte, Bücher und ein bisschen Luxus verdient.

Doch das zeitaufwändigste ist der endlose Papierkram. Ständig muss man sich mit irgendwelchn Dozenten auseinandersetzen, Anträge stellen oder Praktikumsvorbereitungen treffen. Und schließlich sind da noch die Praktika selbst. Für die bekommt man zwar kein Geld, hat damit aber jede Menge Arbeit und zum Teil leider auch Ärger. Und da wir ja in Deutschland sind ist das alles wiederum noch mit einer Menge an Schreibarbeit verbunden.

Und wenn man es dann doch endlich geschafft hat alles notwendige zu erledigen fällt einem ein, dass man ja in der nächsten Woche schon wieder von einer Einschreibung zur Nächsten hetzen muss.

Ich stelle also fest: WIR HABEN DOCH KEINE ZEIT!

Also husch husch an die Arbeit!

;-) Eure Juli

Everybody’s drama

28. Apr 2009 Autor: Juli | Abgelegt in: random

Letzte Woche war ich mit meinen Eltern im Biergarten, wo wir eigentlich ganz gemütlich die Sonne genossen, bis wir auf die bevorstehende Hochzeit meiner Patentante zu sprechen kamen. Da brach meine (sehr wohl vorhandene!) konservative Seite aus und ich fing an mich lautstark und sehr vehement gegen meine Anwesenheit bei diesem “EVENT” auszusprechen. Letztendlich endete diese “Rebellion” mit einem Zugeständnis meinerseits und ich sah ein, dass es soooo schlimm eventuell gar nicht werden muss, ABER ich bestand darauf, dass es vollkommen überflüssig sei bei seiner zweiten Hochzeit (mit über 40) noch mehr als 20 Leute einzuladen, weiß zu tragen und ein riesen Aufhebens darum zu machen!

Drei Tage nach diesem für mich doch sehr kindlichen Erlebnis hatte ich meine erste Stunde “integrated skills”. Unser Dozent, Herr Sharp, erklärte uns dort, dass das Seminar sich mit dem Drama als Unterrichtsform beschäftige (zum besseren Üben “realer” Kommunikationssituationen). Daraufhin gab er uns einen Text darüber, den wir als Homework für nächste Stunde vorbereiten sollten. Und dort fand ich folgende Textstelle:

If we take a coursebook character like ‘Mr. Brown’, (…), we will realise that, (…),he also plays a number of different roles during the day.

Und so kam ich zu der Frage: “Spielen wir alle in verschiedenen Situationen nur unsere Rollen?”

Hab ich mich im Biergarten etwa so kindisch verhalten, weil die Situation (mit Mama und Papa) es mir gebot, weil sie mir sagte “du bist das Kind, du darfst/sollst dich daneben benehmen”?

Kennt ihr solche Situationen auch, oder is das völliger Quatsch und ich hab einfach wirklich nur absolut keinen Bock auf diese Veranstaltung?

Bitte helft mir die Situation richtig einzuschätzen! Was meint ihr dazu? Habt ihr euch auch schon mal dabei ertappt, wie ihr nur eine Rolle gespielt habt?

Bye for now ;)

Juli

Mittelhochdeutsch an Hauptschulen

13. Apr 2009 Autor: Juli | Abgelegt in: random

min niuwes hus.

lieber mueder bruoder.

Das sind zwei Merksätze aus der germanistischen Mediävistik (zu deutsch: aus dem Bereich der Germanistik, die sich mit der Literatur und der Sprache des Mittelalters beschäftigt). Sie helfen Studenten der eben genannten Ausbildungsrichtung sich an die Phänomene des  Sprachwandels vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen zu erinnern. Gemeint sind hier ERSTENS: die Diphthongierung (aus einem Monophthong wie “i” wird ein Diphthong wie “ei”) und ZWEITENS: die Monophthongierung (aus einem Diphthong (“ue”) wird ein Monophtong(“ü”)). So wir aus den oben genannten Sätzen innerhalb von ein paar hundert Jahren

mein neues Haus

und

lieber, müder Bruder

Ich gebe zu, das ist gar nicht so leicht verständlich und erst recht nicht wirklich interessant, aber es ist für meinen Artikel leider unabdingbar, dass ihr annähernd eine Ahnung von der Materie habt, von der hier die Rede ist.

Nun zum eigentlichen Artikel. Wie wir gerade also gemeinschaftlich festgestellt haben ist Mediävistik ein Fach, das schon sehr viel Leidenschaft für seinen Inhalt fordert. Ich habe diese Leidenschaft leider nie in mir entfachen können. Aber ich habe daraufhin nicht etwa mein Studienfach gewechselt, nein, ich hab die Zähne zusammengebissen und diesen Kurs gleich zweimal belegt. Viele werden sich jetzt fragen, was studiert die denn jetzt eigentlich genau?

Ich sag es euch: Lehramt an Hauptschulen.

JA!, wer sich für diesen Job das Unterrichtsfach Deutsch aussucht, sieht sich in seinem Studium tatsächlich mit mittelalterlicher Literatur, dem Theater des Expressionismus und theoretischen wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Marionetten und Masken  konfrontiert.

Angesichts der PISA-Studie ist es ja wohl auch unumgänglich die Lehrkräfte an Hauptschulen (deren Ausländeranteil mittlerweile ca. 70% beträgt) in Mediävistik und wissenschaftlichem Arbeiten auszubilden. Schließlich sollen die Kinder ja, wenn sie schon das Neuhochdeutsche, das Lesen und das Schreiben von normalen Aufsätzen nicht beherrschen von einer fachlich qualifizierten Lehrkraft unterrichtet werden. Auch wenn diese dann natürlich keine Ahnung hat, wie man einen Aufsatz verbessert und benotet oder wie man Schülern mit Migrationshintergrund am besten die neuhochdeutsche Sprache näher bringt.

Aber wer braucht denn schon das öde Neuhochdeutsch, wenn er Mittelhochdeutsch kann?

Bloggeramt.de   Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de   frisch gebloggt   Listiger Bloganzeiger   Ranking-Hits