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Mittelhochdeutsch an Hauptschulen

13. Apr 2009 Autor: Juli | Abgelegt in: Topics

min niuwes hus.

lieber mueder bruoder.

Das sind zwei Merksätze aus der germanistischen Mediävistik (zu deutsch: aus dem Bereich der Germanistik, die sich mit der Literatur und der Sprache des Mittelalters beschäftigt). Sie helfen Studenten der eben genannten Ausbildungsrichtung sich an die Phänomene des Sprachwandels vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen zu erinnern. Gemeint sind hier ERSTENS: die Diphthongierung (aus einem Monophthong wie “i” wird ein Diphthong wie “ei”) und ZWEITENS: die Monophthongierung (aus einem Diphthong (“ue”) wird ein Monophtong(“ü”)). So wir aus den oben genannten Sätzen innerhalb von ein paar hundert Jahren

mein neues Haus

und

lieber, müder Bruder

Ich gebe zu, das ist gar nicht so leicht verständlich und erst recht nicht wirklich interessant, aber es ist für meinen Artikel leider unabdingbar, dass ihr annähernd eine Ahnung von der Materie habt, von der hier die Rede ist.

Nun zum eigentlichen Artikel. Wie wir gerade also gemeinschaftlich festgestellt haben ist Mediävistik ein Fach, das schon sehr viel Leidenschaft für seinen Inhalt fordert. Ich habe diese Leidenschaft leider nie in mir entfachen können. Aber ich habe daraufhin nicht etwa mein Studienfach gewechselt, nein, ich hab die Zähne zusammengebissen und diesen Kurs gleich zweimal belegt. Viele werden sich jetzt fragen, was studiert die denn jetzt eigentlich genau?

Ich sag es euch: Lehramt an Hauptschulen.

JA!, wer sich für diesen Job das Unterrichtsfach Deutsch aussucht, sieht sich in seinem Studium tatsächlich mit mittelalterlicher Literatur, dem Theater des Expressionismus und theoretischen wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Marionetten und Masken konfrontiert.

Angesichts der PISA-Studie ist es ja wohl auch unumgänglich die Lehrkräfte an Hauptschulen (deren Ausländeranteil mittlerweile ca. 70% beträgt) in Mediävistik und wissenschaftlichem Arbeiten auszubilden. Schließlich sollen die Kinder ja, wenn sie schon das Neuhochdeutsche, das Lesen und das Schreiben von normalen Aufsätzen nicht beherrschen von einer fachlich qualifizierten Lehrkraft unterrichtet werden. Auch wenn diese dann natürlich keine Ahnung hat, wie man einen Aufsatz verbessert und benotet oder wie man Schülern mit Migrationshintergrund am besten die neuhochdeutsche Sprache näher bringt.

Aber wer braucht denn schon das öde Neuhochdeutsch, wenn er Mittelhochdeutsch kann?

Bremser auf deutschen Straßen

25. Feb 2009 Autor: Schleicher | Abgelegt in: Topics

Als ich heute auf der Autobahn unterwegs war und grade damit begonnen hatte es mir so richtig gemütlich in meiner Kutsche zu machen, eine CD einzulegen und mich einfach heimelich einzurichten wurde meine bis dahin widerlich gute Laune schlagartig ins Gegenteil gekehrt. “Verdammte *piep*, was macht der *piep* denn da eigentlich?! Hat dieser *piep* noch nie was von Rechtsfahrgebot oder gar dem Recht des Stärkeren gehört?! Muss das wirklich sein, dass du diesen LKW nun mit 90 Sachen überholen musst?!” Das waren so ziemlich die Wortlaute, die etwas angepisst aus meiner Futterlucke schwappten und sich sogleich im Fahrzeuginneren verflüchtigten.

Einwurf: Das Recht des Stärkeren verstehe ich in diesem Kontext als das Recht des Schnelleren, was soviel bedeuten soll: Teilnehmer A im BMW pfeift mit ca. 210 km/h über die Autobahn, Teilnehmer B im Trabbi mit süßen 90 km/h. Teilnehmer B sieht Teilnehmer A im Rückspiegel, stellt fest “Ja leck fett, der is gschmeidig schnell unterwegs” und wartet daher bis dieser ihn passiert hat um dann erst zum Überholen des Teilnehmers C im LKW anzusetzen. Dies soll verdeutlichen, dass Rücksicht im Straßenverkehr unbedingt zu empfehlen ist und dass rüpelhaftes Verhalten meist nicht nur mit Geldstrafen und einer daraus resultierenden Mitgliedschaft im Club Flensburg endet, sondern in vielen Fällen auch mit dem Leben. Also fahrt nur dann schnell wenn ihr es euch selbst zutraut, wenn ihr keine anderen Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringt und vor allem nur dann, wenn es die Pistenverhältnisse zulassen. Dieser Einwurf ist an die jungen Menschen unserer Leserschaft gerichtet. Das ältere Semester, welches wie ich den Lappen schon etwas länger in der Tasche haben, kann diesen Absatz gut und gerne überlesen, denn euch sollte es ja eh klar sein ;-)

Nun aber zurück zur Rally Monte Carlo:

Dieser, na ihr wisst schon, beginnt also grade mit dem waghalsigen Manöver, den LKW mit atemberaubenden 10 km/h Differenz zu überholen. Ich weiß nicht, was ihn zu dieser wahnwitzigen Idee beflügelt hat, dies just in dem Augenblick zu tun, als ich noch schätzungsweise 50 Meter Abstand zu ihm und noch geschätzte 190 Sachen drauf habe. Auch stellt sich mir die Frage, warum manche Leute, wenn sie schon sehen, dass von hinten ein schnellerer kommt, den rechten Fuß nicht bis zum Bodenblech befördern können, wenn sie doch eh einen Audi mit nem ganzen Stall voller Pferde unter ihrem Allerwertesten haben. Denken manche Leute wirklich immer noch, dass die beim Spurwechseln und Beschleunigen auftretenden Fliehkräfte das Gehirn schädigen, oder sind sie gar so grobmotorisch veranlagt, dass ihnen Synapsen fehlen, die diesen Vorgang einleiten? Ich würde gerne den Grund dafür kennen, denn das würde mir Helfen, das Ganze zu verstehen oder gar zu tollerieren. Ich bremse also, sehe zu, dass ich diesem Pferdegespann mit seinem Kutscher, dem Pferdeflüsterer, nicht zu dicht auffahre, denn das könnte ja seine Gäule scheu machen und warte schön artig, bis sich der Herr/die Dame an dem LKW vorbei bequemt hat. Dann trete ich wieder aufs Gas und verlasse nach 10 Minuten und knapp 35 zurückgelgten Kilometern, welche übrigens ohne weitere derartige Vorfälle verliefen, wieder völlig entspannt die Autobahn um dann dem nächsten Krötenstreichler fast im Kofferraum zu hängen, da auch dieser Genosse das Gas oder den 2. Gang nicht zu finden scheint. Dieser Spezialist hält seine 40 km/h wacker und tritt am Ortsende dann ordentlich auf die Tube. Dann überkommt es ihn bei 90 Sachen scheinbar irgendwie und er wird langsamer, bis er sich dann bei 70 km/h einpendelt. Diese Geschwindigkeit hält er dann, und das auch in der gerade begonnenen Ortschaft, bis er dann nach ca. 2 Minuten aus meinen Augen verschwindet. Nun drängt sich mir die Frage auf, was manche Leute zu diesen, ich möchte fast sagen, Frechheiten verleitet und in welchen Spähren sich die Lenker mancher Vehikel befinden. Es ist ja schön und gut, wenn man seine Fahrweise bei schlechtem Wetter anpasst, das tue ich auch, aber bei schönem Wetter, trockener Fahrbahn und einem lustigen rot umrandeten Schild auf dem beispielsweise 120 steht, sollte es auch machbar sein, diese angegebene Höchstgeschwindigkeit wenigstens annähernd zu erreichen und zu halten. Dies gilt natürlich nur, wenn es der Verkehr zulässt. Manche Leute scheinen wirklich nicht zu wissen, warum unser Gesetzgeber diese lustigen und vor Allem total unübersichtlichen Schilder an total uneinsichtigen Stellen aufgestellt hat und warum bestimmte Regeln im Straßenverkehr nun mal einfach existieren. Jaja, ich weiß schon: Die Schilder dienen zu Verschönerung der Straße und Regeln sind ja bekanntlich da um gebrochen zu werden…

Nun würde ich gerne eure Meinung zu diesem Thema hören und freue mich auf eine interessante Diskussion.

So far,

Schleicher

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